ISLAND – Insel aus Feuer und Eis

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. 

Augustinus Aurelius

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Gullfoss

Eine richtige Vorstellung von dem, was uns auf unserer zweiwöchigen Islandreise (Ende August / Anfang September) erwarten würde, hatten wir nicht. Natürlich hatten wir uns vorher Berichte angeschaut, Reiseführer gelesen und eine grobe Planung gemacht. Aber kein Bildband, kein Reiseführer und kein Reisebericht kann diese Emotionen wiedergeben, die wir auf dieser unglaublichen Reise erlebt haben.

Wenn wir andere Länder erkunden, wollen wir gerne unabhängig unsere Tage planen und flexibel sein,  deshalb hatten wir keine klassische Rundreise gebucht. Wir hatten über AirBnB zwei tolle unterschiedliche Unterkünfte gefunden. Einen Mietwagen bekommt man in Reykjavik am Airport sehr unkompliziert und auch zu (fast) jeder Tages- und Nachtzeit, da die meisten Flüge erst Abends oder Nachts ankommen. Wir kamen mit airberlin um kurz nach Mitternacht an und konnten ohne Probleme unser Auto bei SIXT abholen.

Schon wenige Minuten nachdem wir vom Airport in Richtung erste Unterkunft unterwegs waren, wussten wir, dass diese Reise etwas ganz Besonderes werden würde. Markus fuhr plötzlich rechts ran und meinte, wir müssten aussteigen. Müde und erschöpft stieg ich aus und konnte meinen Augen kaum trauen als ich in den dunklen Himmel schaute…Island begrüsste uns tatsächlich mit Polarlichtern. Wir standen einfach nur da und starrten fasziniert in den Himmel, an dem sich ein magisches, grün schimmerndes Lichtspektakel bot.

Unsere erste Unterkunft war in Hafnarfjördur, ein kleines Städtchen zwischen Airport und Reykjavik. Von hier aus kann man wunderbar alle Highlights des Golden Circle erkunden. Neben guten Einkaufsmöglichkeiten, wenn man Selbstversorger ist, findet man hier auch einen kleinen Park für Elfen und Trolle, der extra für die meist sehr scheuen Inselbewohner angelegt wurde. Ausserdem gibt es eine staatliche Elfenbeauftragte, die dafür zuständig ist, dass Strassen und Häuser so gebaut werden, dass die kleinen Mitbewohner nicht beeinträchtigt werden. Da kann es dann schon mal sein, dass man eine Strasse um einen Felsen herum baut anstatt ihn wegzuräumen. Schließlich wollen wir ja auch nicht, dass man unser Haus einfach an eine andere Stelle setzt 🙂

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Elfen-Häuser

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Höhlen für die kleinen Inselbewohner

Unser zweites Zuhause auf Zeit war ca. 30 km weiter nördlich in Mosfellsbaer und lag auf einem kleinen Waldgrundstück. Ein idyllisches und gemütliches Holzhaus mit Kamin und Whirlpool im Freien.

Erste Eindrücke dieser einzigartigen Insel :

Islandpferde sieht man hier überall.

Überall dampft und qualmt es aus der Erde.

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Die Landschaft hier hat etwas sehr Faszinierendes – manchmal fährt man durch bizarre Vulkanlandschaften und fühlt sich 15 000 Jahre zurück in die Vergangenheit versetzt.

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Dann kommt man an wundervolle Seen und immer wieder wechselt das Licht und taucht die Landschaft von einem auf den anderen Moment in fast surreale Bilderwelten.

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Aber machmal hat man auch das Gefühl auf einem fremden Planeten gelandet zu sein und wandert durch neue und seltsame Gegenden.

Sehr eindrucksvoll ist die Landschaft im Thingvellir-Nationalpark – UNESCO Weltkulturerbestätte und Gründungsplatz des ersten isländischen Parlaments – dem Althing, das bis in das Jahr 930 zurück geht und das älteste bestehende Parlament der Welt ist.

Hier driften die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte auseinander. Sehr bekannt ist hier die Silfra-Spalte, die sich kilometerlang durch den gesamten Nationalpark zieht und man kann hier sozusagen zwischen den Kontinenten tauchen und schnorcheln.

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Überall sieht man, dass hier die Erde auseinander bricht.

Die berühmte Silfra-Spalte, so unscheinbar  sie von oben auch aussieht, unter Wasser geht es 63 Meter in die Tiefe. Das Wasser stammt vom Schmelzwasser des Gletschers Langjökull und braucht ca. 30 – 100 Jahre um durch das Lavagestein gefiltert hier anzukommen. Wirklich beeindruckend.

Es gibt wahrscheinlich nirgendwo sonst klareres Wasser als hier.

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Silfra

Die Landschaft hier ist gezeichnet von den gewaltigen Kräften, die unter der Erde toben und sie hat einen ganz besonderen Zauber.

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In Isand gibt es sicher viele schöne und einzigartige Wasserfälle, aber einer der schönsten ist bestimmt hier. Nicht umsonst hat man hier einen Teil der 4. Staffel von Game of Thrones gedreht.

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Island ist das Land wunderbarer Gegensätze. Wenn man hier unterwegs ist, hat es etwas sehr Ursprüngliches. Oft begegnet man stundenlang keiner Menschenseele und wandelt auf Wegen, die sich so anfühlen, als wären sie schon tausende Jahre alt.

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Weg über ein Lavafeld zum Vulkan Thrihnukagigur

Ein Highlight ist der Abstieg in den Krater des Vulkans Thrihnukagigur. Hier spielte die isländische Band Kaleo ihren Hit “ Way Down We Go“ live. Das Video dazu könnt ihr auf You Tube finden ( Kaleo – Way Down We Go live Volcano ). Wirklich sehenswert 🙂

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Abstieg vom Vulkankrater

Die vielen Wasserfälle, die man überall auf der Insel findet,  haben etwas besonders Faszinierendes.

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Skogafoss

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Am Ende der Welt

Reykjavik hat einen ganz besonderen Charm. Als Hauptstadt zeigt sie sich recht gemütlich und in einem der netten kleinen Cafes und Restaurants kann man wunderbar Cappuccino trinken und lecker Essen – perfekt für mich 🙂

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Die Kirche Hallgrimurs in Reykjavik mit ihrer aussergewöhnlichen Architektur

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Reykjavik

Im Hafen von Reykjavik

Ungefähr eine Stunde von Reykjavik entfernt liegt das Tal Reykjadalur oder das Tal des heissen Flusses. Durch das ganze Tal zieht sich ein geothermaler Fluss, der so heiss und warm ist, dass man ganzjährig darin baden kann – sogar bei Schnee und Eis. Die Landschaft ist atemberaubend und man würde sich nicht wundern, wenn plötzlich ein Hobbit des Weges käme und freundlich grüssen würde…

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An manchen Stellen dampft das Wasser, an anderen Stellen qualmt es aus der Erde und im Sommer ist die karge Landschaft in sattes Grün getaucht.

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Ganz in der Nähe von Hafnarfjördur kann man den Berg Helgafell besteigen. Der Aufstieg ist nicht sehr schwierig, lohnt sich aber auf jeden Fall, da man einen wunderbaren Ausblick in das Tal hat und an klaren Tagen sogar bis zur Küste blicken kann.

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Life is a journey, not a destination…Weg über das Vulkanfeld zum Helgafell.

Einer der beeindruckendsten Wasserfälle ist Gullfoss. Auf einem Plateau kann man ganz nah zuschauen, wie sich Unmengen an Wasser in die Tiefe stürzen.

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Island war für mich eine ganz besondere Reise. Es fühlte sich manchmal so an, als wäre es eine Reise zu mir selbst. Sehr ursprünglich, reduziert auf das Wesentliche, entschleunigt für den Blick nach Innen. Überall blubbert und zischt es, Felsspalten tun sich auf, dazwischen sattes Grün und rauschendes Wasser. Man glaubt Elfen hüpfen einem über die Schulter und gleich müsste ein Troll polternd einen Felsen wegrollen. Manchmal hatte ich das Gefühl ein Tor zu einer anderen Welt durchschritten zu haben 🙂

Ich war sicherlich nicht das letzte Mal auf dieser magischen kleinen Insel.

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Ich mag es gerne unkompliziert und einfach. Deshalb reise ich ohne viel Technik und Equipment. Alle Fotos sind mit meinem i-Phone entstanden. Aber manchmal nimmt man dann doch so einiges in Kauf um ein Motiv festzuhalten, wie zum Beispiel rutschige Steine in einem Fluss 🙂

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